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Vorwerk

Aufbruchstimmung dank elastischer Beläge


Dass Teppichbodenhersteller Vorwerk 2013 erstmals in seiner 130-jährigen Unternehmensgeschichte mit Re/Cover green einen elastischen Belag anbietet, war eines der Gesprächsthemen auf Domotex und BAU. Die 2 m-Bahnenware ist ein Elastomer-Belag aus fast 100% Polyurethan, das wiederum zu 90% aus nachwachsenden Rohstoffen wie Rizinus-Pflanzenöl besteht. Der 2,5mm dicke und 3,6 kg/m schwere, extrem strapazierfähige Belag (Beanspruchungsklasse 43) ist frei von PVC, Weichmachern und Lösungsmitteln, laut Anbieter einpflegefrei und trägt den Blauen Engel. Der VK für liegt zwischen 64 und 84 EUR/m.

Produziert wird der Belag von Windmöller; er ist im technischen Aufbau identisch mit "Purline eco". Aber die Dekore stammen exklusiv für Vorwerk von Hadi Teherani, der sie mit Blick auf Architekten und Entscheider in den Bereichen Büro, öffentliche Verwaltung, Ladenbau, Hotel und Gastgewerbe sowie Healthcare entworfen hat. Die Farben der 30 facettenreichen Qualitäten sind insgesamt hell, leicht und pastellig. Außergewöhnlich die Dot-Oberfläche "Sparkling", einer schimmernden Wasseroberfläche nachempfunden: Unterschiedlich große Punkte, die mit leicht erhabenen Streifen unterschiedlicher Ausrichtung versehen sind, ergeben ein dynamisches Oberflächenbild mit hohem Wiedererkennungswert.

Die Entscheidung für eine derart deutliche Diversifikation sorgte für emotionale Reaktionen auf den Messen. Eingefleischte Teppichbodenleute schlugen nur fassungslos die Hände über dem Kopf zusammen: "Wie können die denn nur!" Andere zollten Johannes Schulte, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung, Respekt dafür, auf die dramatisch veränderten Marktverhältnisse bei textilen Belägen mit diesem "mutigen Schritt" zu reagieren.

Den grundsätzlichen Negativtrend könne selbst Vorwerk nicht ändern, konstatierte Dirk Berhorst, Verkaufsleiter Handel, in Hannover. Zwar sind die Hamelner seit Jahren das wohl kreativste und umtriebigste Unternehmen, wenn es darum geht, hochwertigen Teppichboden gekonnt und erfolgreich in Szene zu setzen. Und 2012 soll es auch wieder ein Umsatzplus gegeben haben. Aber die Zeichen der Zeit hat man doch erkannt und will sich jetzt ein zweites Standbein schaffen - "für alle Marktveränderungen, die noch kommen, und auch als Absicherung", wie es Johannes Schulte auf der Pressekonferenz in München formulierte. Der Name Vorwerk werde auch für Gespräche über Re/Cover green Türen öffnen.

Die Produktionskooperation mit Windmöller ist eine strategische Partnerschaft. Im Vertrieb kommen sich beide Unternehmen nicht in die Quere. Vorwerk schickt ab April ausschließlich seinen Objekt-Außendienst mit den neuen Belägen in den Markt. Das verantwortet als neuer Key Accounter Heinrich Winkler. "Wir werden Architekten und Entscheider mit Re/Cover green begeistern", ist der 45-Jähirge überzeugt. Die Farben sind auf die Scale- und Freescale-Fliesenkollektion abgestimmt. Um die Bereiche Textil und Elastisch zu verbinden, zeigte Vorwerk auch Neuentwicklungen der bereits seit 20 Jahren erfolgreichen Serien Nandou und Nandou design, bei denen erstmals flächige Dessins eingesetzt werden.
aus BTH Heimtex 02/13 (Wirtschaft)