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Mapei

Neue Produkte erfordern neues Anwendungs-Know-how


Bei Vorstrichen, Spachtelmassen und Klebstoffen haben sich in den letzten Jahrzehnten nicht nur die Verarbeitungstechniken gravierend geändert. Auch die Zusammensetzungen erfüllen in Sachen Umwelt- und Arbeitsschutz immer höhere Standards. Lösemittelklebstoffe wurden richtigerweise nach und nach durch alternative Produkte ersetzt. Waren Dispersionsklebstoffe nur für wenige Parkettformate und Holzarten geeignet, konnten einkomponentige PU-Klebstoffe schon ein breiteres Anwendungsspektrum abdecken. In den letzten Jahren hat Mapei zunehmend in die Entwicklung von Klebstoffen auf Basis silanmodifizierter Polymere (SMP) investiert: Die einkomponentigen, lösemittelfreien und emissionsarmen Produkte bleiben lange offen und härten zu einem elastischen Klebstofffilm aus. Damit verlegte Böden sind bereits nach zwölf Stunden begehbar.

Die neue Klebstoffgeneration wurde jedoch nicht von allen Parkettlegern gleichermaßen angenommen. Viele schätzten nach wie vor die Eigenschaften von Lösemittelklebstoffen - zum Beispiel das ausgezeichnete Haftungsvermögen, die schnelle Abbindung oder die harten Klebstoffriefen. Kurz: Den "einen, richtigen" Klebstoff gibt es für den Parkettleger nicht mehr. Als logische Konsequenz musste und muss sich das parkettlegende Handwerk zwangsläufig mit den verschiedenen Eigenschaften der Klebstofftypen auseinandersetzen und seine Arbeitsweise daran anpassen.

Heute neigt man immer stärker dazu, den Untergrund vor der Verlegung zu spachteln, um eine ebene Unterlage für das Parkett zu schaffen. Aber obwohl moderne Klebstoffe eine gute Saughaftung bieten, erreichen sie nicht den Fadenzug und die Anfangshaftung eines Kunstharzklebstoffes. Das muss der Parkettleger wissen und entsprechend handeln - indem er einzelne Elemente beschwert, gerade im Randbereich. Noch vor Jahren war so etwas undenkbar.

Auch die Marktanteile der unterschiedlichen Parketttypen haben sich verschoben: Inzwischen nimmt das meist werkseitig oberflächenbehandelte Mehrschichtparkett einen Anteil von über drei Viertel aller neu verlegten Flächen ein. Massivparkett macht nur noch einen sehr geringen Prozentsatz aus. Die Konsequenz: Parkettlacke und -öle kommen in erster Linie im Sanierungsbereich zum Einsatz. Und hier ist es meist wichtig, dass die restaurierte Fläche schnell wieder begehbar ist. Entsprechend stark ist die Nachfrage nach Produkten mit kurzer Trocknungszeit, die sich einfach verarbeiten lassen.

Immer breitere, längere Dielen

Beim Massivholzboden geht der Trend zu immer breiteren und längeren Dielen. Zunehmend werden Massivdielen mit einem Breiten-Dickenverhältnis von mehr als 7:1 angeboten. Eine Herausforderung für den Verleger, der hier zu einem schnell abbindenden zweikomponentigen PU-Klebstoff greifen und die Elemente gegebenenfalls zusätzlich beschweren sollte. Die Anwendung auf beheizten Estrichen sehe ich allerdings kritisch.

Auch die fortschreitende Entwicklung im Wärmeschutz stellt den Verleger vor neue Herausforderungen: die Warmwasserfußbodenheizung zum Beispiel. In Neubauten gilt sie bereits als Standard. Bei Sanierungen kommt sie als Nachrüstsystem mit geringer Aufbauhöhe zum Einsatz. Hier ist die Beratungskompetenz von Planern und Verlegern gefragt. Gerade bei Sanierungen werden immer mehr Trockenunterböden eingesetzt. Auch hier gilt zu prüfen, ob die erforderlichen Dicken des Estrichs gegeben sind und ob der Fertigteilestrich für die Verlegung mit Parkett freigegeben ist. Je nach Anwendung hat sich der Einsatz von Entkopplungssystemen bewährt. Die kosten zwar mehr Material und Arbeit, ermöglichen aber eine funktionale und langlebige Parkettverlegung.

Alles in allem sind mit modernen Werkstoffen alle Verlegeherausforderungen zu meistern - sofern man die Eigenschaften von Estrich, Grundierung, Spachtelmasse, Klebstoff und Parkett aufeinander abstimmt. Anhaltspunkte hierzu bieten diverse Merkblätter für den Verleger.
aus Parkett Magazin 05/12 (Wirtschaft)