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Erismann

Investitionen in Technik und Sortimente


Für Erismann war 2011 ein interessantes Jahr. Wie Geschäftsführer Martin Slotty sagte, verzeichnete der Breisacher Tapetenhersteller ein dickes Umsatzplus im In- und Ausland. Doch schlug sich dieser Zuwachs nicht 1:1 im Ergebnis nieder. Die hohen Rohstoffpreise, die nicht komplett weiter gegeben wurden, drücken die Marge. "Nun sind wir gezwungen, unsere Ware wieder zu verteuern", meinte Slotty und kündigte für April eine neue Preisrunde an. Trotz der schwierigen Rohstoffsituation gab er sich für das laufende Jahr sehr zuversichtlich. Schließlich habe das Unternehmen die Produktivität erhöht und punkte durch innovative, hochwertige Ware.

Vor allem die deutsche Nachfrage erweist sich als sehr stabil. Dagegen entwickelte sich der französische Markt für das Breisacher Unternehmen, dessen Exportquote bei 65 % liegt, negativ. "Wir hoffen, dass die Entwicklung in Frankreich in diesem Jahr wieder ins Lot kommt", betonte Slotty und verwies auf die Unsicherheit durch die Euro-Krise. Ein wichtiger Markt sei auch Osteuropa. Allerdings habe Erismann die Verluste, die den Hersteller 2008/2009 in Russland überproportional belastet hatten, noch nicht ganz kompensieren können. "In diesem Jahr kommen wir aber wohl wieder da hin, wo wir vor der Krise mal waren", sagte Slotty. Er begründete seinen Optimismus damit, dass Erisman mit Erfolg eine Tochterfirma in Russland betreibe. Insgesamt geht der Geschäftsführer von erheblichen Wachstumspotenzialen im Export aus.

Eine Verlagerung von Produktionsteilen von Deutschland nach Russland in absehbarer Zeit schloss Slotty allerdings aus. Die Transportwege seien zu weit und auch die Produktion verbillige sich trotz geringerer Löhne nicht. "Wir müssten die Rohstoffe importieren und verzollen", erläuterte der Geschäftsführer. Das rentiere sich nicht.

Nach Ansicht Slottys lässt allein schon die Resonanz auf die Erismann-Produkte bei der Heimtextil auf einen positiven Geschäftsverlauf in diesem Jahr schließen. Aber auch das Unternehmen selbst habe die Wege für Wachstum geebnet. "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht", ist Slotty sicher. Zum einen werde das Unternehmen auch in diesem Jahr wieder erheblich in technische Innovationen und neue Sortimente investieren, um weitere Marktanteile zu gewinnen. Zum anderen seien Vertrieb und Produktmangement/Marketing neu strukturiert worden.

Als Produktmanager International fungiert Marcus Mattes. Er verfügt über langjährige Erfahrungen im Vertrieb, die er in seine neue Positon einfließen lässt. Zusammen mit dem Kreativ-Team verantwortet Mattes künftig die Sortimente für die verschiedenen Märkte und koordiniert die Marketing-Maßnahmen. Als neuer Vertriebsleiter Deutschland verantwortet Ralf Boßeler den Inlandsmarkt. Über den Personalbereich hinaus ist Erismann auch in Sachen Nachhaltigkeit aktiv. Die Tapeten der Breisacher sind phthalatefrei.

Zur Heimtextil hatte Slotty drei neue Kollektionen mitgebracht. Urban Spirit ist eine Vliestapete, die mit etwas anderen Strukturen überzeugt. Die Karte entfernt sich ein wenig vom Trend zu floralen Muster und stellt geometrische Dessins in den Mittelpunkt. Farblich gibt sie sich mutig in Rot, Grün und Orange, wodurch der urbane Charakter unterstützt wird. Aber auch Erdtöne sind charakteristisch für Urban Spirit. Plakative Muster auf hellem Fonds sind die Spezialität der sehr modernen Kollektion Vertiko. Das raffinierte Zusammenspiel von Glanz- und Matt-Effekten fasziniert ebenso wie die feine Farbgebung. Grafische und natürliche Elemente werden geschickt kombiniert. Passend dazu gibt es zwei vielseitige Uni-Strukturen.

Sehr lebendig kommt die Heißpräge-Kollektion Sceno daher. Die Karte präsentiert sowohl florale als auch grafische Muster mit dazu passenden Streifen. Das Farbspektrum reicht von edlen Beige- und Bronzetönen bis hin zu frechem Jeansblau. Die seidig schimmernde Uni-Tapete mit Textilstruktur unterstreicht die Lebendigkeit der Kollektion.
aus BTH Heimtex 02/12 (Wirtschaft)