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Bostik: Interview mit Ulrich Springer, Jürgen Gehring, Markus Hildner

"Wir sind europaweit eine starke Marke bei Verlegewerkstoffen"

Acht Verlegewerkstoffe, zwei Umweltzeichen, ein Name: Bostik Ecotac. Zu der Serie gehören eine Grundierung, zwei Spachtelmassen und fünf Kleber, die sowohl mit Blauem Engel als auch mit EC 1 Plus zertifiziert sind. BTH Heimtex sprach mit Ulrich Springer, Leiter Vertriebsbereich Bau, Jürgen Gehring, Leiter Entwicklung Bauklebstoffe und Marketingleiter Markus Hildner über neue Klebstoffgenerationen, Investitionen am Standort Borgholzhausen und den "Bostik Way".

BTH Heimtex: Bostik bringt zur Bau 2011 mit der Ecotac-Serie acht Verlegewerkstoff-Produkte auf den Markt, die sowohl mit EC 1 Plus, als auch mit dem Blauen Engel zertifiziert sind. Warum dieser Schritt?

Jürgen Gehring: Die Ecotac-Reihe von Bostik hat aufgrund ihrer hohen technischen Leistungsfähigkeit auch die Verpflichtung übernommen, die neuen Anforderungen des Emicode EC 1 Plus zu erfüllen. Gleichzeitig trägt Bostik den Anfragen von Privatpersonen und öffentlichen Ausschreibungsstellen nach dem Blauen Engel Rechnung. Wir wollen auch aus strategischen Gründen die Wünsche unserer Kunden erfüllen und unsere Leistungsfähigkeit demonstrieren. Schließlich ist Bostik europaweit eine starke Marke bei Verlegewerkstoffen.

BTH Heimtex: Was zeichnet denn Bostik gegenüber dem Wettbewerb aus?

Ulrich Springer: Wir sind Vollsortimenter, d.h. wir decken die Verlegung von keramischen Fliesen, Bodenbelägen aller Art sowie das Kleben und Abdichten im Dachbereich ab. Unsere Philosophie ist Kleben und Dichten rund ums Haus - vom privaten Einzelhaus bis zum Gewerbeobjekt.

Gehring: Außerdem unterscheidet uns, dass wir in verschiedenen Industrien zu Hause sind. Dazu zählen der Bau, die Automobilindustrie und die Verpackungsindustrie. Wir haben dadurch die Möglichkeit, bestimmte Dinge zu verbinden und Synergien zu nutzen. Warum sollten wir nicht einen Klebstoff aus dem Automobilsektor nicht auch im Baubereich einsetzen? Bei unserem Bodenbelagsklebstoff Bull Force haben wir genau dieses Potenzial genutzt.

BTH Heimtex: Etwas Besonderes ist auch der Pumping Truck...

Springer: Die Nachfrage nach unserm Pumping Truck steigt stetig. Viele Verarbeiter, die die maschinelle Verarbeitung von Spachtelmasse einmal ausprobiert haben, wissen diesen Service zu schätzen. Der Pumping Truck stellt eine große Entlastung für den Verarbeiter dar.

Bostik legt außerdem großen Wert auf die intensive Betreuung unserer Kunden. Wir haben bundesweit 50 Außendienstmitarbeiter, von denen 35 fest angestellt sind. Alle Mitarbeiter sind jeweils spezialisiert auf Boden, Fliese oder Bauwerksabdichtung und geben die entsprechenden Aufbauempfehlungen.

BTH Heimtex: Welche Vorteile ergeben sich durch Ihre Zugehörigkeit zum Total-Konzern?

Springer: Wir haben mit dem Total-Konzern eine starke Muttergesellschaft im Rücken. Wir profitieren natürlich auch von Know-how in der Gruppe. Mindestens einmal im Jahr gibt es einen Austausch zum Thema neue Produkte. Weitere Konzernvorteile sind die Rohstoffversorgung und der gemeinsame Einkauf. Total ist der viertgrößte Mineralölkonzern weltweit. Wenn wir Investitionen tätigen wollen, sind wir nicht abhängig von Banken.

BTH Heimtex: Stichwort Investitionen. Was hat sich am Standort in Borgholzhausen in den letzten Monaten getan?

Markus Hildner: Wir haben 6,5 Mio. EUR in unsere Industriestraße investiert und der Prozess ist noch gar nicht abgeschlossen. Bislang wurden die Kapazitäten bei den Dichtstoffen ausgebaut. Dafür war eine neue, leistungsstärkere Anlage erforderlich. Im SMP-Bereich wurden neue Kneter und Rührwerke angeschafft. Bei der Zementproduktion gab es eine Optimierung des Arbeitsablaufes durch eine zusätzliche Lagerhalle.

Gehring: Streng genommen ist das ein ständiger Prozess. Wir investieren natürlich auch in bestimmte Innovationstechniken - das könnte zum Beispiel bei unseren SMP- oder SPUR-Systemen der Fall sein. Gerade bei der Verklebung von Parkett wird da sicherlich noch der eine oder andere Sprung nach vorne geschehen.

BTH Heimtex: Wie könnte die nächste Generation der Parkettklebstoffe aussehen?

Gehring: Es könnten beispielsweise ganz andere Anforderungen an den Klebstoff selbst gestellt werden: Dass er sehr viel schubfester wird, oder dass man ihn mit anderen Katalysatoren einsetzen kann. Gerade bei dieser Produktgruppe ist die Entwicklung noch längst nicht zu Ende. Dieses Thema wird uns in den kommenden Jahren sicherlich begleiten.

BTH Heimtex: Begleiten wird Sie sicherlich auch der "Bostik Way" - was verstehen Sie darunter?

Hildner: Das ist eine interne Unternehmensstrategie, die bestimmte Schwerpunkte wie Arbeitsschutz, Umweltschutz, Teamgeist, Nachhaltigkeit, aber auch Wachstum hervorhebt.

Springer: Das ist die von Bostik herausgegebene Philosophie, ein profitables Wachstum zu erzielen und dabei die Herausforderungen bezüglich Umweltschutz, Kundenwünschen und der eigenen Mitarbeiter als Schwerpunkt zu betrachten.

BTH Heimtex: Lassen Sie uns noch einmal auf Ihre Produkte zurückkommen. Neben der anfangs erwähnten Ecotac-Reihe haben Sie auch einen Rollkleber für Designbeläge neu im Programm. Wie kam es dazu?

Springer: Wir hatten für die Verklebung von Designbelägen bislang unseren Bull Force und den Kleber Bostiks Best. Mit beiden Klebern kann man Designbeläge sicher verkleben.

Gehring: Unser Bull Force bietet eine extrem harte Kleberfuge und extrem hohe Scherfestigkeiten. Ich persönlich halte diese konventionelle Verklebung nach wie vor für die beste Lösung:

Springer: Aber wenn ein Kunde sich wünscht, den Kleber mit einer Rolle auf den Boden aufzubringen, dann können wir ihm auch dieses Produkt anbieten.

BTH Heimtex: An welchen Themen arbeitet Bostik außerdem?

Gehring: Wir haben 2010 natürlich daran gearbeitet, dass alle Klebstoffe ihre bauaufsichtliche Zulassung erhalten. Dafür waren Prüfungen nach dem AgBB-Schema durchzuführen. Das hat einiges an Kapazitäten gebunden.

BTH Heimtex: Darüber hinaus sind Sie, Herr Gehring, auch in der Verbandsarbeit sehr aktiv. Warum ist Ihr zeitintensives Engagement in der TKB wichtig?

Gehring: Weil wir nur als Branche geschlossen etwas erreichen können. Weil die gesetzlichen Anforderungen immer höher und teurer werden. So können wir gemeinsam als Branche auftreten. Außerdem ist es wichtig, die Zukunft zu gestalten. Wir müssen z.B. Regeln aufstellen, die den Arbeitsschutz betreffen. Und wir tauschen uns mit anderen Verbänden wie dem Bundesverband Estrich und Belag oder dem Zentralverband Parkett und Fußbodentechnik aus, wenn es um die Normierung von Aufbauten geht.

Bostik Daten + Fakten



Bostik GmbH
An der Bundesstraße 16
33829 Borgholzhausen
Tel.: 05425/8 01-0
Fax: 05425/8 01-1 40

Muttergesellschaft: Total-Konzern

Gründungsjahr: 1993

Mitarbeiterzahl Deutschland: 400

Mitarbeiterzahl weltweit: 5.000

Markennamen: - Bostik
- Ardal
- Heydi

Verbandsmitglied bei: - Deutsche Bauchemie- GEV Gemeinschaft Emissionskontrollierte Verlegewekstoffe, Klebstoffe und Bauprodukte

Werke: Borgholzhausen, Wiesmoor und Leer

Vertriebswege: Groß- und Fachhandel sowie industriefähige Objekteure

Geschäftsführung: Ulrich Balke

Entwicklung Bauklebstoffe: Jürgen Gehring

Vertrieb Bauprodukte: Ulrich Springer

Marketing: Markus Hildner
aus BTH Heimtex 12/10 (Wirtschaft)