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Fünf Fragen an Martin Auerbach, Geschäftsführer des Heimtextilien-Verbandes

"Wir orientieren uns klar an den Interessen der Industrie"


BTH Heimtex-Chefredakteur Claudia Weidt sprach am Rande der Jahrestagung des Heimtextilien-Verbandes mit Geschäftsführer Martin Auerbach über SMS, falsche Kaschmirdecken und durchblutungsfördernde Möbelstoffe.

BTH Heimtex: Man spürt, dass Sie und Ihre Mitarbeiter gerne zusammen arbeiten. Herrn Sperling haben Sie wohl im Vorfeld von dessen Vortrag vom Podest aus per SMS gebeten, sich kurz zu halten, was der dann zu Beginn seines Vortrages zur Erheiterung des Publikums Ihnen über das Mikrofon auch bestätigt hat. Offensichtlich herrscht ein gutes Betriebsklima bei Ihnen...

Martin Auerbach: Im Großen und Ganzen kann ich das mit einem klaren Ja beantworten. Wo viel gearbeitet wird, kann es auch schon mal zu Spannungen kommen. Dass man unterschiedlicher Auffassung ist und dies im Sinne einer klaren Positionierung auch intern schon einmal durchgedrückt werden muss, gehört einfach dazu. Gibt es dann Unstimmigkeiten - was in jeden Unternehmen völlig normal ist - klären wir das schnell. Wenn ich nicht so ein professionelles und auch menschlich hervorragendes Team hätte, hätten wir uns auf der Verbandstagung sicher nicht so gut präsentiert.

BTH Heimtex: In der Tat. Ich habe viele positive Stimmen vernommen, wobei einheitlich gelobt wurde, dass auch mal Einblick in die Arbeit der verschiedenen Referate gewährt wurde. Soweit ich mich erinnere, hat es das vorher beim Heimtextilien-Verband noch nicht gegeben.

Auerbach: Das ist richtig. Das klassische Programm sah ausschließlich externe Referenten vor. Der sprichwörtliche Blick über den Tellerrand ist auch wichtig und interessant, aber die Jahrestagung ist nun mal eine Veranstaltung des Verbandes - was liegt da also näher, als auch aus unserer erfolgreichen Arbeit zu berichten.

BTH Heimtex: Sehr anschaulich war Ihr Vortrag zum Thema "Fairer Wettbewerb" mit den Beispielen der falschen Kaschmir-Decke und durchblutungsfördernder Möbelstoffe. Haben Sie dieses Thema neu entdeckt?

Auerbach: Nein, im Bereich gewerblicher Rechtsschutz sind wir seit Jahren regelmäßig tätig, sei es im Geschmacksmuster-, Marken- oder Kennzeichnungsrecht. Mittlerweile haben wir sogar für einen Unternehmensleitfaden für KMUs, ein von der EU gefördertes Projekt unter Mitarbeit der jeweiligen Patent- und Markenämter, eine Fallstudie geliefert, die so in ganz Europa publiziert wurde.

Unternehmer scheuen oft den Aufwand, der unweigerlich mit der Verfolgung gewerblicher Schutzrechte verbunden ist. Wenn ihnen aber anhand von anschaulichen Beispielen, z.B. einer aufgeschnittenen Bettdecke, gezeigt wird, dass die Verteidigung der Rechte möglich und wirksam ist, haben wir bereits viel erreicht. Darüber hinaus können wir so den "unfairen Wettbewerbern" zeigen, dass sich die Industrie wehrt und eben nicht alles über sich ergehen lässt.

BTH Heimtex: Sie sind seit Dezember 2009 Geschäftsführer des Verbandes. In dieser Zeit hat sich einiges geändert... sind Sie mit der Entwicklung zufrieden?

Auerbach: Ich will es mal so sagen: Wir sind auf dem richtigen Weg. Ich habe jedenfalls meine Zusage vom 30. November noch nie ernsthaft bereut. Wir sind ein sehr gutes Team mit vielen Möglichkeiten, dass noch mehr erreichen kann und will.

BTH Heimtex: Was zum Beispiel?

Auerbach: Ein Punkt ist sicher die Repräsentanz der Branche, an der wir kontinuierlich arbeiten. Zwar nennen wir bekannte Größen der Branche unsere Mitglieder, aber ein Mehr an Mitgliedern verleiht auch ein Mehr an Stimmgewicht. Erfreulicherweise haben wir in diesem Jahre einige Mitglieder dazugewinnen können - und dies trotz der vergangenen wirtschaftlichen Entwicklung.

In einem anderen Punkt sind wir auch bereits einen Schritt weiter. Die Arbeit des Verbandes ist wieder stärker in das Blickfeld der Branche gerückt. Auch Industrieunternehmen, die zuvor um Wirtschaftsverbände kategorisch einen Bogen gemacht haben, suchen den Kontakt zu uns - das freut uns natürlich.

Wir werden aber auch an der Positionierung des Verbandes kontinuierlich weiterarbeiten müssen und uns dabei klar an den Interessen der Industrie orientieren - mehr, als das vielleicht früher der Fall gewesen ist.
aus BTH Heimtex 12/10 (Wirtschaft)