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Sopro Bauchemie im Hauptbahnhof Düsseldorf

Sanierung im laufenden Betrieb Schnellestrich macht Tempo

Der Düsseldorfer Hauptbahnhof, ein Kreuzungsbahnhof im Netz der Deutschen Bahn AG und der Regiobahn GmbH, zählt mit täglich rund 250.000 Fahrgästen zu den verkehrsreichsten Bahnhöfen Deutschlands. Zurzeit laufen umfangreiche Umbaumaßnahmen, an deren Ende ein moderner Premium-Bahnhof stehen soll. Der Austausch des Bodenbelags unter laufendem Betrieb stellte dabei Planer und Verarbeiter vor nicht alltägliche Herausforderungen, sowohl bautechnischer, als auch logistischer Art. Gelöst wurden sie unter anderem mit Schnellbauprodukten von Sopro Bauchemie.

Die Sanierung des Bodenbelags im Düsseldorfer Hauptbahnhof wurde erforderlich, weil der vorhandene Natursteinbelag stark geschädigt war. Auf Grund der hohen Verkehrslast durch die zahlreichen Fahrgäste und den Einsatz von Flurförderzeugen mit hohen Punktlasten, bildeten sich im Natursteinbelag immer mehr Hohllagen. Die daraus resultierenden Abplatzungen und Risse führten zu einer Vielzahl gefährlicher Stolperkanten im Natursteinbelag. Der Boden war nicht mehr stabil und sicher. Zudem fehlte ein Blindenleitsystem am Boden, wie es heute im öffentlichen Bereich üblich ist. Da die Sanierung des Bodenbelags im laufenden Betrieb und in einem möglichst kurzen Zeitraum erfolgen sollte, galt es eine Reihe logistischer Probleme zu lösen.

Um den Bahnhofsbetrieb mit seinen zahlreichen Verkaufseinrichtungen nicht über Gebühr zu stören, durfte der Bodenbelag mit einer Gesamtfläche von rund 7.500 m jeweils nur in zuvor festgelegten, unterschiedlich großen Teilflächen ausgetauscht werden. So sollte jeder Shop für die Reisenden immer erreichbar bleiben. Daher musste rund um die Uhr im 24-Stunden-Betrieb gearbeitet werden. Dies bedurfte einer engen Abstimmung und exakten Koordination zwischen allen an den Renovierungsarbeiten Beteiligten. Zudem weist der neue Belag unterschiedliche Gefällesituationen auf, zum Teil in den verschiedenen Anschlusshöhen der Aufzüge, Rolltreppen und Shops begründet. Durch die engen zur Verfügung stehenden Zeitfenster für die Ausführung der Arbeiten war eine sehr gute Vorplanung aller Details notwendig: Ohne Unterbrechung konnte nur bis zum Morgengrauen verlegt werden, da die Flächen dann wieder zur Verfügung stehen mussten.

Schnellestriche als Problemlöser

Zu Beginn der Arbeiten stand der Rückbau des alten Belags. Um eine, den laufenden Betrieb störende Staubentwicklung zu vermeiden, durfte der alte Untergrund nicht gefräst oder gestrahlt werden. Als neuer Untergrund kam daher kein Verbundestrich, sondern nur ein Estrich auf Trennlage in einer Schichtdicke von rund 80mm in Frage. Nach erfolgtem Abbruch des Natursteinbelags legte man daher zuerst eine PE-Folie als Trennlage aus und stellte die Randdämmstreifen. Um einen schnellen Baufortschritt zu erzielen, entschied man sich bei den anschließenden Estricharbeiten für den Einsatz eines Schnellestrichs aus dem Sortiment von Sopro Bauchemie. Dabei standen je nach möglichem Zeitfenster zwei Varianten zur Verfügung: Sopro Rapidur B5 (767) und Sopro Rapidur EB 5 Estrichbeschleuniger (647).

Bei Sopro Rapidur B5 (767) handelt es sich um ein Estrichbindemittel, das auf der Baustelle mit Zuschlag Estrichsand gemischt, gefördert und eingebaut wird. Auf Grund seiner besonderen Rezeptur entwickelt Sopro Rapidur B5 (767) einen sehr schnellen hydraulischen Erhärtungsverlauf, bei dem nach einer Standzeit von wenigen Stunden ein Begehen möglich ist. Nach nur drei bis fünf Tagen ist er belegereif, sodass sämtliche Oberbelagsarbeiten ausgeführt werden können. Sopro Rapidur B5 (767) eignet sich insofern besonders für termingebundene Estricharbeiten.

Sopro Rapidur EB 5 Estrich-Beschleuniger (647) ist ein Pulveraktivkonzentrat zur Erhärtungsbeschleunigung von konventionellen Estrichmörtelmischungen, hergestellt mit Portlandzementen. Die Verarbeitungszeit beträgt rund 45 Minuten. Nach acht bis zehn Stunden sind die Flächen begehbar und nach fünf Tagen belegereif. Als Zement wird ein CEM I Zement 32,5 R zur Herstellung verwendet. Für Tempo auf der Baustelle sorgte auch die schnell trocknende Sopro Grundierung (GD 749). Im nächsten Arbeitsschritt folgte zusätzlich die Entkopplung mit einer Schlüter-Ditra-Matte, sodass die Zeiträume bis zur Verlegereife gegenüber der Standardauslobung nochmals verkürzt werden konnten.

Die Estrichgüte, die Konsistenz sowie der Anmachwassergehalt (w/z-Wert) des Estrichs wurden vor Ort regelmäßig durch einen Gutachter überprüft. Vor den Arbeiten führten die Mitarbeiter der Sopro Objektberatung und Anwendungstechnik die notwendigen Einweisungen anhand einer zuvor angelegten Musterfläche durch. Während der gesamten Ausführungsphase stand das Sopro Team dem ausführenden Unternehmen mit Rat und Tat zur Seite.

Erhöhte Ebenheit des Estrichs gefordert

Da im Rahmen der Sanierungsarbeiten als Endbelag anstelle der bisherigen Natursteinplatten großformatige Feinsteinzeugplatten der Größe 90x45cm verbaut wurden, musste die Estrichoberfläche in "erhöhter Ebenheit nach DIN 18202 Tabelle 3 Zeile 4" erstellt werden. Teilflächen wurden mit Sopro Fließspachtel 15 plus (FS 15 plus) ausgeglichen, einer selbstnivellierenden, schnell erhärtenden, zementären Universalspachtelmasse mit optimalen Verlaufseigenschaften. Auch hier waren die Flächen bereits nach rund drei Stunden begehbar und belegbar.

Die Entkopplungsmatte dient neben der Entkopplung auch zur Abdichtung der Flächen. Diese Abdichtung ist erforderlich, weil sich unter der Bahnhofspassage diverse U-Bahnstationen befinden, die, sollte es im Bahnhof brennen, vor dem Wasser aus den Sprinkleranlagen geschützt werden müssen.

Die Ditra-Matte wurde mit Sopro VarioFlex HF (VF HF 420) verklebt, einem Flexkleber für den besonders schnellen Baufortschritt, so dass bereits nach ungefähr zwei Stunden der nächste Arbeitsgang erfolgen konnte. Da die einzelnen Arbeitsfelder nicht deckungsgleich mit dem späteren Feldfugenraster waren (im Belag und im Estrich wurden Feldfugen von ca. 60 m angeordnet), mussten die neuen Feldfugen nach der Verklebung der Ditra-Matte über den gesamten Querschnitt eingeschnitten und entsprechend abgedichtet werden. Die bestehenden Arbeitsfugen wurden verklammert und mit Sopro Gießharz (GH 564) verharzt.

Hohlraumfreie Verlegung der großformatigen Feinsteinzeugplatten

Auf der Entkopplungsmatte wurden anschließend die großformatigen Feinsteinzeugfliesen verlegt, ebenfalls mit Sopro VarioFlex HF (VF HF 420), einem zementären, schnell erhärtenden und früh hochfesten Kleber. Das Prüfzeugnis C2 EF nach DIN EN 12004 besagt, dass er über eine Haftfestigkeit 1,0 Nmm (C2), eine lange klebeoffene Zeit 30 Minuten (E) sowie eine frühe Haftfestigkeit 0,5 N/mm nach sechs Stunden verfügt. Diese Haftzugfestigkeit von 1,0N/mm wird bei normaler Temperatur von +23C bereits nach drei Stunden erreicht. Begeh- und belastbar ist er bereits nach rund zwei Stunden, voll belastbar nach ungefähr fünf Stunden. All dies macht Sopro VarioFlex HF (VF HF 420) nicht nur zum idealen Produkt für besonders enge Terminbaustellen, sondern auch für die Verlegung von großformatigen keramischen Fliesen und Platten. Denn auch hier ist eine schnelle Erhärtung des Klebers bei gleichzeitig hoher Standfestigkeit ein entscheidender Vorteil gegenüber herkömmlichen Klebern. Last but not least ist der Kleber staubreduziert, d.h. er verursacht beim Anmischen bis zu 90% weniger Staub als herkömmliche Sopro Dünnbettmörtel. Gerade bei Sanierungsarbeiten unter laufendem Betrieb ein ganz besonderer Vorteil.

Um Hohlstellen zu vermeiden, wurde im kombinierten Verfahren gearbeitet, dem so genannten Buttering-Floating-Verfahren. Dabei wird der Mörtel sowohl auf den Untergrund als auch auf Belagsrückseite aufgetragen. Die nahezu hohlraumfreie Verlegung der Beläge war eine ganz zentrale Forderung des Bauherren, um die auf Grund der künftigen Nutzung zu fordernde hohe Belastbarkeit des Belags sicherzustellen. Die Verlegearbeiten wurden regelmäßig durch die Bauleitung überwacht und der Belag auf eventuell vorhandene Hohlstellen kontrolliert.

Die Verfugung der Beläge erfolgte bereits ein bis zwei Stunden nach den Verlegearbeiten mit der Sopro TitecFuge (TF), einem zementären, hochfesten, trasshaltigen Fugenmörtel. Da es sich auch hierbei ebenfalls um ein schnell erhärtendes Material handelt, konnten die Flächen bereits nach sechs Stunden für die Reisenden freigegeben werden.

Objekt-Telegramm


Objekt: Hauptbahnhof Düsseldorf
Bauherr: Deutsche Bahn
Planung: Ingenieurbüro Spettmann + Kahr, Lippetal
Generalunternehmer: Lindner, Arnstorf
Abdichtungs- und Verlegearbeiten: Arcadia Fliesen & Naturstein, Berlin
Eingesetzte Sopro-Produkte:
-Sopro Rapidur B5 (767)
-Sopro Rapidur EB 5 Estrich-Beschleuniger (647)
-Sopro Grundierung (GD 749)
-Sopro Gießharz (GH 546)
-Sopro FließSpachtel 15 plus (FS 15 plus)
-Sopro VarioFlex HF (VF HF 420)

Verlegewerkstoff-Info:
Sopro Bauchemie
Tel.: 0611/17 07-0
www.sopro.com
aus FussbodenTechnik 05/11 (Referenz)