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Knauf

Trockenestrich unter Holzfußboden und Fußbodenheizung


Soll eine Wohnung mit neuen Trennwänden und Decken modernisiert werden, ist der Einsatz von Trockenbausystemen Standard. Bei einer Sanierung des Fußbodens wird die Aufgabe komplexer, vor allem wenn Fußbodenheizung und ein Oberbelag aus Holz hinzu kommen. Das Beispiel der Sanierung eines Mehrgeschosswohnblocks in München zeigt, was mit leistungsfähigen Baustoffen und abgestimmten Systemen auch in alter Substanz mit Holzbalkendecken möglich ist - nämlich die rasche Verlegung eines hochwertigen Parketts in den Wohnräumen und ein Umrüsten der Heizung auf Niedertemperatur-Strahlungswärme im Bad und Wellnessbereich.

Zu den vordringlichsten Maßnahmen bei der Sanierung von Mehrfamilienhäusern zählt die Verbesserung des Schall- und Brandschutzes. Dazu wurden nach der Entkernung Knauf-Metallständerwände W 142 mit zweilagiger 12,5 mm Beplankung eingebaut. Um Schallbrücken, etwa durch Steckdosen, auszuschließen, montierte man vor die Wände die dünne Vorsatzschale W 623.

Im zweiten Schritt wurde die Holzbalkenlage der Geschossdecke geändert, so dass in den Wohnräumen Parkett und in den Bädern eine Fußbodenheizung eingebaut werden konnten. Nach Norm müssen die Geschossdecken dynamische Lasten aufnehmen, der Feuerwiderstandsklasse F 90 entsprechen und den Trittschall auf 53 dB (Norm-Trittschallpegel) begrenzen.

Die vorhandene Holzbalkendecke mit 80 kg schwerem Einschub ließ sich von unten mit einer Knauf Unterdecke System D 152 (2 x 18 mm und 80 mm Mineralwolle) schall- und brandschutztechnisch aufrüsten. Zwei vollflächig verklebte und verschraubte Lagen der Gipsfaserplatte Knauf Brio 18 stellen den Brandschutz von oben nach unten sicher.

Fußbodenaufbau im Detail

Als Untergrund für das Fertigparkett in den Wohnbereichen wählten die Planer einen leichten Fertigteilestrich. Für Ebenheit des Unterbodens sorgt eine Trockenschüttung, auf der anschließend zweilagig die Knauf-Platte Brio 18 mm eingebaut wurde.

Für die beheizte Fußbodenkonstruktion in den Bädern wurde das Trockenbauheizsystem Bauart B eingesetzt. Ein solcher Leichtaufbau bietet sich an bei alten Holzbalkendecken, die statisch nicht zusätzlich belastet werden können. Während bei Fußbodenheizungen mit Nivellierestrich mit 40 kg/qm Gewicht gerechnet werden muss, kommt der gewählte Trockenaufbau (FBH-System + Brio) mit 23 kg/qm aus.

Zum Ausgleichen des Untergrundes kam der in 24 Stunden aushärtende Ausgleichsmörtel EPO-Leicht zum Einsatz. Mit einem Gewicht von 200 kg/cbm ist diese Nivelliermasse besonders zum Ausgleichen (15 bis 80 mm) unebener Holzbalkendecken und als Unterbau für Trockenheizsysteme geeignet. Mit dem zusätzlichen Einbringen einer 10 mm dicken Holzweichfaserplatte (> 200 kg/cbm) konnte den Anforderungen des Trittschallschutzes entsprochen werden. Wichtig bei diesem Aufbau ist, dass nur Dämmschichten mit geringer Nachgiebigkeit gewählt werden. Als Fußbodenheizung wurde das Uponor-System Siccus mit 25 mm Aufbauhöhe gewählt.

Als Heizestrich folgten zwei Lagen Fertigteilestrich Brio 18, der versetzt vollflächig geklebt und verschraubt wurde. Die Gipsfaserelemente sind für Bäder in Wohnräumen zugelassen. Als Oberbelag kamen in den Bädern großformatige Fliesen 330 x 330 mm zum Einsatz.

Objekt Telegramm


Projekt: Mehrgeschosswohnblocks in München
Planung: Architektenteam Project GmbH, München
Trockenbauausführung: R & M Ausbau München
Trockenbaustoffe: Knauf
Oberboden: Fertigparkett
aus Parkett Magazin 05/10 (Referenz)