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3 Fragen an Klaus Stolzenberger

"Viele Erfahrungen, die ich in England mache, lassen sich auch auf andere Länder übertragen"

Klaus Stolzenberger, der frühere Marketingleiter von Uzin Utz, ist für ein Jahr mit seiner Familie nach England gegangen und berät vor Ort die englische Vertriebsgesellschaft Uzin Limited in Abingdon in der Nähe von Oxford.

FussbodenTechnik: Herr Stolzenberger, Sie sind jetzt seit 4 Monaten in England. Wie sind Sie dort aufgenommen worden?

Klaus Stolzenberger: Es hat alles hervorragend funktioniert. Wir sind sehr herzlich in unserem neuen Wohnort in Chilton (Gemeinde mit 1.000 Einwohnern) aufgenommen worden. Besonders freut mich natürlich, wie schnell sich meine Frau und meine Kinder eingelebt haben.

FT: Was wird Ihre Hauptaufgabe sein, sind Sie "Mädchen-für-alles"?

Stolzenberger: Die Bezeichnung trifft es vielleicht ganz gut. Meine Hauptaufgabe ist es jedoch, unsere Vertriebsstrategie in England zu optimieren und gemeinsam mit unserem Vertrieb ein Netz mit starken Großhandelspartnern aufzubauen und unsere Marken - allen voran Uzin - in England zu positionieren. Der Fokus liegt selbstverständlich auf der Marketing-Unterstützung. Wenn Sie dafür im Unternehmen an einem Rädchen drehen, dann kommen ganz schnell Themen wie Logistik, Kreditmanagement, SAP und auch Organisation hinzu - es gibt eine Menge zu tun.

FT: Welche Unterschiede gibt es bei der Verlegung von Bodenbelägen im Vergleich zu Deutschland?

Stolzenberger: In England werden die Häuser in der Regel ohne Keller gebaut. Fußbodenheizungen sind nicht üblich. Die Feuchtigkeit wird nicht mit der CM-Messmethode gemessen, sondern mit dem elektrischen Luftfeuchte-Messgerät Protimeter. Auf der Baustelle geht es grundsätzlich etwas lockerer zu. Die Anforderungen sind teilweise andere und somit auch die Fußbodenkonstruktionen. Es gibt wie in jedem Markt andere Gewohnheiten und Produkt-Kombinationen, die ebenfalls funktionieren. Unser Renner ist derzeit eine 2-komponentige Zement-Spachtelmasse, bei der jeweils das Pulver und die Flüssig-Komponente, die exakt der benötigten Anmisch-Menge entspricht, als Sack und Kanister abgepackt auf die Baustelle kommen. Das wäre in Deutschland undenkbar und das habe ich im restlichen Europa ebenfalls noch nicht gesehen. In Australien oder in China jedoch wird diese Art von Spachtelmassen ebenfalls eingesetzt - es lassen sich eben nicht alle Dinge so ohne Weiteres auf andere Länder übertragen. Aber vieles, was hier mit Kommunikation und Marketing zu tun hat, lässt sich mit Sicherheit auch auf andere unserer Gesellschaften übertragen.
aus FussbodenTechnik 04/09 (Wirtschaft)