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Deutsche Heimtextilien-Industrie: Jahrestagung in Berlin

"Verband kommt von sich verbünden"

Die Location stimmte, das Programm bot den perfekten Mix aus interessanten Rednern und reichlich Gelegenheit zu Kommunikation, die Stimmung war entspannt und gesellig, der Festabend glanzvoll: Mit seiner großartigen Jahrestagung 2008 hat der Verband der Deutschen Heimtextilien-Industrie die ebenfalls sehr gelungene Vorgänger-Veranstaltung vor zwei Jahren noch übertroffen. Da haben die Verantwortlichen wirklich hervorragende Arbeit geleistet. Umso weniger nachvollziehbar ist, dass dieses Branchen-Event nicht die ihm angemessene quantitative Resonanz erhält - speziell die Verbandsmitglieder sind viel zu schwach vertreten. Das ist schon fast ein Armutszeugnis. Wir können nicht verstehen, warum nur so wenige diese optimale Gelegenheit nutzen, Kontakte zu knüpfen und zu pflegen und sich mit Kollegen, Mitbewerbern und Kunden auszutauschen. von Birgit Genz und Claudia Weidt

Das hat schon Klasse, was der Verband der Deutschen Heimtextilien-Industrie, kurz VDHI, bei seiner Tagung alle zwei Jahre auf die Beine stellt. Berlin scheint sich als Veranstaltungsort etabliert zu haben - eine gute Wahl, denn die Hauptstadt bildet einen kongenialen Rahmen für ein Event dieses Kalibers -, das Tagungshotel hat sich in Lage und Service bestens bewährt und auch beim Programm sind die Organisatoren bestrebt, den Teilnehmern über die obligatorischen Regularien hinaus etwas Besonderes zu bieten.

Ein Glanzpunkt war in diesem Jahr der stimmungsvolle Festabend. Das Deutsche Mode-Institut gestaltete ihn für den Verband als "Fest der Sinne" inmitten Berlins. Der imposante, fast verwunschen wirkende Spiegelsaal in "Clärchens Ballhaus", der nach dem Krieg über 60 Jahre verschlossen war, bot mit seiner morbiden Patina die außergewöhnliche Kulisse für Gala-Diner, Piano-Musik, Video-Performance und Tango-Vorführungen im Kerzenschein großer Kandelaber.

Durch die eigentliche Jahrestagung führte souverän Johannes Schulte, alter und neuer, da wiedergewählter Vorsitzender des VDHI. Er hätte bei seinem Überblick über die Situation der Heimtextilienindustrie sicher gern mit positiveren Fakten aufgewartet, aber Tatsache ist, dass sich der private Konsum 2007 trotz Konjunkturaufschwung nicht wie erhofft belebt hat - und von dem ist die Branche abhängig. "Zwar waren vereinzelt Wachstumsimpulse spürbar, setzten sich jedoch nicht auf breiter Front durch." Das drückte den Umsatz der hiesigen Heimtextilienproduzenten um 2,8 % nach unten. Und auch die ersten vier Monate 2008 brachten nicht die ersehnte Besserung auf breiter Front, sondern einen weiteren Umsatzrückgang von 1,5 %, der aus dem schwachen Inland (-2,9 %) resultiert. Im Ausland konnte dagegen ein Plus von 1,9 % erzielt werden.

Allein die Teppichindustrie konnte sich angesichts eines Umsatzzuwachses von 5,2 % etwas entspannen, Gardinen fast die Stellung halten, Möbel- und Dekostoffe taten sich schwer. Dennoch verlören die Verbandsmitglieder nicht den Mut, betonte Schulte: Nach einer aktuellen Umfrage waren immerhin 42 % verhalten optimistisch für die Entwicklung der kommenden Monate, weitere 42 % rechnen mit einer befriedigenden Geschäftsentwicklung, doch stuft auch ein Drittel die Auftragslage im Inland als kritisch ein.

Warum es sich lohnt, VDHI-Mitglied zu sein

Die Aufbereitung der Branchenzahlen ist nur eine von vielen Serviceleistungen und Projekten des VDHI, die Schulte bewusst hervorhob. Zugleich stellte er auch klar, wie wichtig der Verband und seine Arbeit für die Industrie ist: "Verband kommt von sich verbünden". Konkrete Themen wie Musterschutz, Antidumping-Verfahren, Normungsarbeit und Textilforschung spielten dabei eine große Rolle, die der Politik und der Öffentlichkeit bekannt gemacht würden. Außerdem erhielten die Mitglieder auch aktive Unterstützung bei Problemen wie Produktpiraterie.

Unterschätzt würde die Bedeutung der Normungsarbeit. "Normen stellen nämlich schon lange nicht mehr nur den Stand der Technik dar, wie es eigentlich sein soll, sondern letztlich das Ergebnis mehr oder weniger erfolgreicher Lobbyarbeit." Der VDHI ist in insgesamt 12 nationalen und internationalen Normungsgremien vertreten, denn: "einmal nicht ausreichend in einen Normungsprozess eingebunden zu sein, kann für die Heimtexilienindustrie fatale Folgen haben." Aktuelles Beispiel: Die Normung des Brennverhaltens von Gardinen, Möbel- und Dekostoffen. Hier versucht derzeit eine Interessengruppe aus der chemischen Industrie mit finanziellen Mitteln über einen europäischen Verbraucherverband Einfluss auf die Normung zu nehmen und den Einsatz bestimmter Flammschutzchemikalien in Wohntextilien zu standardisieren - obwohl diese Substanzen im Verdacht stehen, schädlich für Umwelt und Gesundheit zu sein.

Erfolgreiche Interessenvertretung setze auch Netzwerke voraus, sagte Schulte weiter. Deshalb verstärke man Kooperationsbestrebungen, nicht nur bestehende wie zum Landesverband der Textil- und Bekleidungsindustrie Nordwest oder zum Verband Innenliegender Sonnenschutz, sondern auch solche jüngeren Datums wie zum Verband der Europäischen Nähfadenindustrie oder zum Fachverband Elastischer Bodenbeläge. Der tagte übrigens in diesem Jahr parallel zum VDHI und war auch beim Gala-Abend Gast - eine gute Idee.

Und schließlich verwies Schulte noch darauf, dass man beim Verband besonders stolz über die starke Nutzung der Webseite. 2007 wurden fast 335.000 Klicks auf heimtex.de registriert, das sind 28.000 im Monat, bzw. 6.500 in der Woche oder 900 am Tag. Neben Informationen über den VDHI und den Kontaktdaten der Mitglieder finden User dort auch News, Termine der wichtigsten Textilmessen weltweit, ein Online-Magazin mit Newsletter-Funktion und Broschüren zum Downloaden.

Die Politik zu Gast beim VDHI

Mit Peter Hintze trat als erster Gastredner ein hochrangiger Politiker auf. Der Sekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie kam direkt von der zeitgleich stattfindenden ILA, der weltweit bedeutendsten Luft- und Raumfahrtausstellung, und knüpfte dementsprechend eine Verbindung zwischen den Branchen. "Textilien spielen in der Luft- und Raumfahrt eine große Rolle - so kommt etwa die Kabine im Flugzeug auf einen Anteil an Heimtextilien von 11 bis 15 %."

"Reiz ist geil" statt "Geiz ist geil"

Bereits zum zweiten Mal nach 2006 präsentierte Oliver Schmitz von der GfK "Chancen und Perspektiven im deutschen Markt für Heimtextilien". Wenn man ihn das erste Mal erlebt, beeindruckt die enorme Menge an Informationen, die er im Maschinengewehr-Tempo abfeuert. Bei wiederholtem Zuhören wünscht man sich weniger unnötige Details und dafür mehr Hintergrund und das alles in gemäßigter Geschwindigkeit, damit Zahlen, Fakten und Charts nicht einfach vorbeirauschen.

Unabhängig vom gesamtwirtschaftlichen Umfeld hat die Unzufriedenheit der deutschen Konsumenten mit der Einrichtung der eigenen vier Wände in den letzten drei Jahren deutlich zugenommen. Die GfK vermutet, dass das mit dem Alter der jeweiligen Einrichtungsgegenstände zusammen hängt. "In den Jahren von Kaufzurückhaltung und Sparneigung wurde nur wenig investiert, so haben sich nicht nur Renovierungen, sondern zahlreiche, ganz konkrete Anschaffungen aufgestaut." Auch könnte der Wunsch, schön(er) zu wohnen getrieben sein vom "Cocooning-Trend" und den zahlreichen TV-Sendungen zum Thema Wohnen & Einrichten. Das scheint sich auch auf die Kauflust auszuwirken: "Ein Drittel der Verbraucher (36 %) beabsichtigen, in diesem Jahr mehr Geld für Heim- und Haustextilien auszugeben als im Vorjahr." Zum Vergleich: 2006 lag dieser Wert bei lediglich 20 %. Wobei die Konsum-impulse nach der GfK-Erhebung ausschließlich von den besser Situierten kommen.

Auch lässt sich absehen, dass neue Absatzkanäle sowohl für den Endverbraucher als auch für den Objektbereich mehr und mehr an Bedeutung zunehmen. Das größte Wachstumspotenzial wird im Internet gesehen - nicht nur als Informationsquelle, sondern ganz bewusst als Vertriebsweg. Wobei in der Heim- und Haustextilienbranche noch vergleichsweise wenige Unternehmen ihre Ware online vertreiben. Als weitere Gewinner unter den verschiedenen Vertriebswegen nennt die GfK die Baumärkte, eigene Marken-Outlets und TV-Homeshopping. (Für unsere Branche können wir das allerdings nicht ganz nachvollziehen, Anm. d. Red.).

Erfreulich ist, dass sich tatsächlich ein leichter Trend zu höherwertigen Produkten bemerkbar macht. "Die Verbraucher achten beim Kauf nicht nur wieder verstärkt auf Qualität, sie sind offensichtlich auch bereit, mehr Geld für höherwertige Produkte auszugeben." So sind die durchschnittlichen Jahresausgaben in den letzten drei Jahren um ca. 7,5% auf 371 EUR gestiegen.

Die Industrie, der endlosen Rabattschlachten müde, wünscht sich angesichts dieser Entwicklung, dass auch der Handel mehr auf Qualität denn auf den Preis als übergeordnetes Entscheidungskriterium setzt.

Bedingt durch die zunehmende mediale Aufmerksamkeit stoßen die Themen "Klimawandel" und "Nachhaltigkeit" bei immer mehr deutschen Verbrauchern auf Gehör und beeinflussen das Konsumverhalten. "Der Ruf nach umweltfreundlicher Herstellung von Produkten quer durch alle Branchen wird lauter", ist man bei der GfK überzeugt und erhalte immer höheren Stellenwert bei der Kaufentscheidung. "Ein Trend, der an der Heimtextilienindustrie nicht vorbei gehen kann."

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist unsere alternde Gesellschaft. "Während der Anteil der Generation Silber (60 Jahre +) 2007 noch bei rund 25 % lag, wird er bis 2017 auf 29 % steigen, der der Best Ager (50 bis 59 Jahre) von 13,1 auf 16,7 %." Doch sei die heutige ältere Generation nicht zu vergleichen mit früheren Jahrgängen: "Sie sind gesünder, aktiver und "jünger" denn je, verfügen über ein beachtliches Nachfragepotenzial und stellen besondere Ansprüche an Service und Qualität."

Beispielsweise gelte diese Zielgruppe als überdurchschnittlich markenorientiert, legt großen Wert auf Beratung, persönlichen Kontakt und Service und sei auch Dienstleistungsangeboten über die Maßen hinweg aufgeschlossen. "Deshalb kann man Ihnen nur raten: Kümmern Sie sich um die Generation Silber, sie ist "Gold wert", empfiehlt die GfK. "Aus der Geiz ist geil-Mentalität ist Reiz ist geil geworden."

Brasilianisierung, Kollaps oder Balance?

Prof. Dr. Dr. Franz J. Radermacher gehört zu den klügsten Köpfen in Deutschland; der promovierte Mathematiker, Wirtschaftswissenschaftler und Informatikprofessor weist eine beeindruckende Liste an Professuren, Leitungsfunktionen, Mitgliedschaften und Veröffentlichungen auf - und ist ein Ausnahme-Redner, der es schafft, ebenso profund und eindringlich wie leicht verständlich und eingängig über die Entwicklung der Erde vor dem Hintergrund der Globalisierung, wachsenden Weltbevölkerung und dem dadurch zunehmenden Konflikt um Ressourcen und Umweltbelastungen zu sprechen.

"Alles ging gut, so lange nur ein kleiner Teil der Welt reich war." Das ändere sich durch die Explosion der Weltbevölkerung. "Dadurch setzt sich etwas in Bewegung, was zur Katastrophe führt, wenn wir es laufen lassen," warnte das Club of Rome-Mitglied, "Die Menschheit muss das Problem lösen, wie sie in Balance mit der Natur bleibt. Dieses Problem hatte sie noch nie." Er skizzierte drei mögliche Lösungsansätze: Erstens den globalen Kollaps, zweitens die Brasilianisierung, eine Ökodiktatur, bei der sich die Mehrheit der Bevölkerung strikten Regeln unterwerfen muss, die die Elite vorgibt, und drittens eine öko-soziale Marktwirtschaft in Balance mit der Natur, bei der auch die Ressourcenfrage zwischen Arm und Reich fair reguliert wird und die als einziger Weg kompatibel mit Nachhaltigkeit ist. "Der Global Marshall Plan ist ein möglicher erster Schritt in diese Richtung. Dabei geht es um einen besseren weltweiten Ordnungsrahmen, mit dem die Armut überwunden, die Umwelt geschützt und Gerechtigkeit geübt wird - und dessen Folge ein neues Weltwirtschaftswunder ist."


Die Heimtextilien-Industrie Januar bis April 2008

Teppichboden gut in Fahrt, Dekostoffe und Möbelstoffe mit deutlichen Bremsspuren

Die deutsche Heimtextilien-Industrie 2008

2007 ging es aufwärts mit der deutschen Konjunktur. Motor blieb das Exportgeschäft. Der private Konsum - ein wesentlicher Faktor für den Erfolg der deutschen Heimtextilienindustrie - entwickelte sich allerdings nicht wie erhofft. Zwar waren vereinzelt Wachstumsimpulse spürbar, setzten sich jedoch nicht auf breiter Front durch. Für die konsumnahen Heimtextilienhersteller bedeutete dies Umsatzeinbußen von 2,8 %.

Die deutsche Heimtextilienindustrie im ersten Tertial 2008

Vor dem Hintergrund guter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen und positiver Konjunkturprognosen für 2008 startete die deutsche Heimtextilienindustrie vertrauensvoll in das laufende Jahr. Dann wurde jedoch zum Teil unerwartet heftiger Gegenwind auf den Märkten im In- und Ausland spürbar, der in besonderem Maße das unternehmerische Geschick der mittelständisch geprägten Industrie herausfordert. Die Krise auf den Finanzmärkten hemmt die Dynamik der Weltkonjunktur. Die hohe Inflation und der weiterhin starke Euro belasten das Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone. Angesichts der exorbitant gestiegenen Energie- und Kraftstoffpreise sowie der Preisentwicklung im Lebensmittelbereich übt sich der Konsument zwangsläufig in Kaufzurückhaltung.

Die hiesigen Heimtextilien-Hersteller kamen im ersten Tertial von Januar bis April mit einem leichten Umsatzrückgang von 1,5 % relativ glimpflich davon, mussten allerdings im Inland höhere Einbußen von 2,9 % hinnehmen, die durch ein Plus von 1,9% im Ausland kompensiert wurden.

Textile Bodenbeläge

2007 entwickelten sich gewebte Teppichböden positiv, getuftete negativ. 2008 ließ sich für beide Produktsparten gut an, unterstrichen durch einen Zuwachs von 5,2 % per Ende April, wobei der Webbereich wiederum mit + 6,2 % überproportional zulegte. Das resultierte aus einem florierenden Exportgeschäft (+ 14,4 %), aber auch im Inland kam man um 2,1 % voran. Die Exportquote erhöhte sich auf 34,9%, das durchschnittliche Preisniveau setzte seinen Aufwärtstrend des Vorjahres mit + 2,5 % ebenfalls fort.

Tuftings zeigten sich im Inland dynamischer (+7,2%) als im Ausland (- 0,8 %), unter dem Strich verbesserte sich der Umsatz um 5,1 %. Exportanteil: 25 %.

Angesichts der guten Zahlen im ersten Tertial ist die Teppichindustrie auch zuversichtlich für den weiteren Verlauf des Jahres. "Qualitätsware hat die Nase vorn im Markt und dies ist unsere Kernkompetenz."

Möbelstoffe für den Ausstattungsbereich

Möbelstoffe verfehlten in den ersten Monaten den Vorjahres-Umsatz deutlich um 9,3%, wobei Flachgewebe (-9,2 %) und Veloure (- 9,7%) nahezu gleichermaßen betroffen waren. Flachgewebe verloren im Inland (-7,8 %) etwas weniger als im Ausland (-11,4 %), die Exportquote verringerte sich auf 37,2 %. Das durchschnittliche Preisniveau stieg marginal um 0,7 %.

Veloure litten unter dem schwachen Inland (-16,2%), während das Ausland um 1,6 % zunahm und damit den Exportanteil auf 41,4 % anhob. Steigende Qualitätsansprüche des Verbrauchers ließen das durchschnittliche Preisniveau um 1,9 % anziehen.

Dekorationsstoffe

Bei Dekorationsstoffen hielt die Nachfrageflaute auch im ersten Tertial 2008 an und manifestierte sich in Umsatzeinbußen von 7,3 %. Dabei waren bedruckte Dekos mit -9,4 % stärker betroffen als uni- und buntgewebte Artikel mit -7,2 %.

Bei den Unis und Buntgeweben enttäuschte vor allem das Inland (-11,9 %),während das Ausland stabil blieb (+ 0,8 %), was einen auf 40,3 % vergrößerten Exportanteil nach sich zog. Und: es herrschte Preisdruck, der das durchschnittliche Preisniveau um 2,2 % sinken ließ.

Drucke schwächelten im Inland (-7,7 %) und noch stärker im Ausland (-12,2 %). Damit betrug die Exportquote nur noch 34,9 %. Aber: Das durchschnittliche Preisniveau ist um beachtliche 17,1% nach oben geklettert.

Gardinen

Der Umsatz der deutschen Gardinenhersteller hinkte in den ersten vier Monaten 2,4 % hinter dem Vorjahreswert hinter her, wobei das Inlandsgeschäft mit -2,8 % noch etwas mehr nachgab als der Export mit -1,4 %. Der Auslandsanteil an den Erlösen blieb mit 26,8 % stabil. Unter den einzelnen Produktbereichen war gewirkte Meterware der Verlierer, gewebte Meterware und die Konfektion weisen dagegen ein kleines Plus aus.

Bettwaren

Bettwaren starteten mit Schwung ins Jahr 2008, der dann allerdings im Februar und März abrupt endete. Erst im April erholte sich die Nachfrage wieder. Zum 30. April lag der Umsatz bei fasergefüllten Bettwaren um 11,5 % unter dem Vorjahr, im Inland sogar um -19,4 %. Das konnte auch durch ein deutliches Plus von 11,7 % im Export nicht wieder aufgefangen werden. Die Exportquote erhöhte sich auf 32,1%.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Geschäftslage in den verschiedenen Segmenten mitunter erheblich differiert. Gut läuft derzeit nur Teppichboden, bei dem sich die Qualitätsoffensiven der letzten Jahre auszahlen und ein Trading-up bemerkbar macht. Möbelstoffe und Dekostoffe tun sich dagegen aktuell schwer am Markt. Gardinen halten trotz zunehmender Konkurrenz durch Sonnenschutz die Stellung.

Die Bettwarenentwicklung hängt in besonderem Maße vom sprunghaften Orderverhalten des Handels ab. Je nach Aktionen im discount-orientierten Handel fällt der Nachfragetrend von Monat zu Monat ganz unterschiedlich aus. Zu erkennen ist jedoch klar, dass sich Qualität auszahlt. Qualität bringt höhere Durchschnittspreise und Deckungsbeiträge.


Das Präsidium des Verbandes der Deutschen Heimtextilienindustrie

Vorsitzender: Johannes Schulte, Vorwerk
Stellvertretender Vorsitzender: Bernd Kout, Gebr. Munzert
Schatzmeister: Hubert Günther, Müller Zell
Ehrenvorsitzender: Peter Schwartze, Gesamttextil

Sprecher der Fachgruppen und deren Stellvertreter
Teppichindustrie: Johannes Schulte, Vorwerk, Stv. Erwin Landherr, Anker
Dekorations-, Gardinen- und Möbelstoffindustrie: Bernd Kout, Gebr. Munzert, Stv. Hubert Günther, Müller-Zell, Justus Schmitz, Drapilux
Bettwarenindustrie: Klaus D. Kremers, Paradies

Konvention des Verbandes der Deutschen Heimtextilienindustrie
Vorsitzender: Harald Cleven, Longlife
Stellvertretender Vorsitzender: Justus Schmitz, Drapilux
Schatzmeister: Hubert Günther, Müller Zell
aus BTH Heimtex 07/08 (Wirtschaft)