Frankenstolz

"Grüne Textilien" für mehr Nachhaltigkeit


Mainaschaff - "Die positive Grundstimmung des Fachhandels aus dem Vorjahr war auch über die Tage der Heimtextil spürbar", stellt Frankenstolz-Geschäftsführer Eberhard Künstler in seinem Messe-Resümee fest. Alle wichtigen Einkäufer hätten das Unternehmen besucht. Wie in den Vorjahren war auf dem Messestand am Mittwoch, Donnerstag und Freitag starke Frequenz, während der Samstag relativ schwach ausfiel; "dieser Messetag ist unserer Ansicht nach überflüssig." Die Messegespräche belegten, dass nicht nur Kunden, sondern auch Lieferanten und institutionelle Dienstleister die Heimtextil als Branchenforum nutzten. Ein wichtiges, wenn auch unerfreuliches Dauerthema waren die signifikanten Preiserhöhungen im Rohwarenbereich. Genauso im Fokus der Diskussionen: Qualität und Nachhaltigkeit der Bettwaren. Geschäftsführer Künstler: "Unsere Kunden setzen verstärkt auf diese Themen, was sich jetzt auch in unserem Produktprogramm widerspiegelt."

So konnte man im Rahmen der Präsentation von Bettwaren und Matratzen schon in die Zukunft weisende Materialthemen - natürliche und auf chemische Art gewonnene - verwirklicht sehen; nachhaltig und mit überzeugenden Gebrauchswerten. Aus Gründen des Umweltschutzes beispielsweise setzt Frankenstolz teilweise Polyesterfüllungen ein, die aus PET-Kunststoffen recycelt werden. Aber auch so genannte "Chemiefasern", die aus nachwachsenden Rohstoffen wie Holzzellulose aus europäischen Forstkulturen, Getreidekörnern oder Bambusholz gewonnen werden, finden bei garantierter Qualität in den Bettwaren Anwendung. Nachzuvollziehen war u. a., dass schon zum sechsten Mal hintereinander sämtliche von Frankenstolz ausschließlich in den drei deutschen Werken hergestellte Bettwaren und Matratzen analog dem strengen Lebensmittel- und Gebrauchsgegenstände-Gesetz (LMBG) mit dem Generalzertifikat Öko-Tex Standard 100 - Textiles Vertrauen ausgezeichnet worden sind. Zudem durfte die Firma als erster Hersteller in der Branche für einen Komplettartikel "gesteppte Bettwaren" die GOTS-Zertifizierung (Global Organic Textile Standard) mit Label Grade I - mindestens zu 95 Prozent aus Bio-Materialien bestehend - in Empfang nehmen. Von einem global vernetzten deutschen Zertifizierer waren diesbezüglich alle eingesetzten Bio-Komponenten vom Bezugsstoff über die Füllung, Näh- und Steppfäden, Einfassbänder sowie Bio-Tragetasche vorgeprüft und genauso wie alle Produktionsschritte zur Fertigteilerzeugung im Frankenstolz-Werk Oschatz in Sachsen gecheckt worden.

"Grüne Textilien für die Zukunft"; gemäß diesem Motto der Heimtextil 2011 organisierte man im Messeverlauf ein Round Table-Gespräch zwischen dem Internationalen Verband für Naturtextilien (IVN), der Lizenzgeber der Labellierung nach GOTS ist, und zwei seiner Lieferanten. Quintessenz des Gedankenaustausches: Längerfristig soll das Ziel verfolgt werden, textile Produktionen aus inzwischen von der EU ausgezeichneten nachhaltigen Chemiefaserverfahren in die jetzige GOTS-Zertifizierung mit einzubeziehen bzw. eine materialeffiziente Alternative mit den "natürlichen" Fasern und den Textilien hieraus zu finden. Da die klassischen, natürlichen Faserressourcen wie Anbauflächen für Baumwolle oder Weideflächen letztlich zur Bereitstellung tierischer Haare immer knapper werden, sei man von der Frankenstolz-Initiative "außerordentlich angetan" gewesen.
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