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Knauf-Fertigteilestrich Brio in Köln-Lindental

Besser als die Norm: Hoher Schallschutz für angenehme Ruhe

Bei mehrgeschossigen alten Wohngebäuden ist meist die Wohnungstrenndecke eine entscheidende Schwachstelle, die aufgerüstet werden muss. So auch bei einem 5-geschossigen Vorkriegsgebäude in Köln, das in hochwertigen Wohnraum umgewandelt wurde. Das Gebäude im Ortsteil Lindental, einer der besten Adressen in Köln, wurde 2007 von einem Investor erworben und ein neues Nutzungskonzept erstellt. Für den attraktiven Standort in der Innenstadt war eine hochwertige Sanierung zu Komfortwohnungen angesagt.

Mit dem neuen Nutzungskonzept beauftragt wurde das Kölner Architekturbüro Format 3. Architekt Holger Jung erkennt an, dass seine Kollegen vor mehr als 70 Jahren architektonisch gut gearbeitet hatten: "Die Grundrisse waren für die damalige Zeit großzügig geplant, die Räume schön hoch und die Installationsleitungen im Deckenhohlraum einer abgehängten Decke gebündelt. Wir haben die Grundrisse weitgehend unverändert gelassen und haben lediglich die Küchen und die Bäder gegeneinander getauscht. Heute werden größere Küchen gewünscht. Das Hauptaugenmerk unserer Arbeit lag deshalb vor allem in der energetischen Sanierung, der zeitgemäßen Haustechnik, vor allem aber in der Verbesserung des Komforts, wie beispielsweise des Schallschutzes."

Bei der alten Substanz handelt es sich um einen Stahlskelettbau, dessen Gefache (Fachwerk) mit Bimstein ausgemauert sind. Die Geschossdecken sind als preußische Kappendecken gebaut, die Unterzüge bestehen aus Stahlträgern, in die Bimsteine eingelegt waren. Auf diese Konstruktion wurde eine 8 cm dicke Betonlage aufgebracht. Schallschutztechnische Mängel waren festzustellen an den Wohnungstrennwänden, die mit Knauf-Vorsatzschalen schalltechnisch aufgerüstet wurden.

Die 2. Schwachstelle bildeten die Geschossdecken mit unzureichendem Tritt- und Luftschallschutz. In einer frühen Phase der Planung wurde deshalb das Planungsbüro für Bauphysik, Dr. Peter Jandl, hinzugezogen und Strategien entwickelt, die Deckenkonstruktion soweit wie möglich zu entkoppeln. Diese Aufgabe erfolgt von oben mit einem trittschalldämmverbessernden Fußbodenaufbau und von unten mit einer schallentkoppelten Decke. Zu einem früheren Zeitpunkt war auch klar, dass aufgrund des gestraften Zeitplans der Fußbodenaufbau in Trockenbautechnologie zu erstellen war.

Zunächst mussten an zahlreichen Stellen, die auf den Geschossdecken aufgebrachte Betonschicht abgetragen werden. Sie stammte aus den 30er Jahren und war inzwischen an vielen Stellen brüchig geworden. Die Stahlträger wurden zum Teil mit Leichtbeton und zum Teil mit einer abbindenden Ausgleichschüttung aufgefüllt. Auf diesen Untergrund verlegten die Bodenspezialisten der Firma Arvo in Aachen auf einer 20 mm dicken Heralan Trittschalldämmplatte 23 mm dicke Knauf-Brio Fertigteilestrich-Elemente. Dieser 43 mm dicke Fußbodenaufbau sorgt für eine entkoppelte Estrichscheibe von oben. Die Geschosse waren ausreichend hoch. So ließ sich die akustische Zielsetzung, eine schallentkoppelte Unterdecke zu montieren, mit einer freispannenden Decke, Knauf System D131, realisieren. Die Unterkonstruktion wird an den Seitenwänden verankert und kommt ohne direkte Abhängung aus. So entstand unterhalb der Geschossdecke eine schalltechnisch abgekoppelte Deckenscheibe aus 2 Lagen 12,5 mm dicken Knauf Diamant. Dort wo die systembedingte Spannweite von 4,95m überschritten wurde, wurde eine von Knauf entwickelte Mittelaufhängung eingesetzt, die am Unterzug abgehängt ist und die Spannweite des Knauf-Systems D131 verdoppelt.

Die akustische Leistung dieses 2-Scheiben-Modells aus Fertigteilestrich und trockenem Fußbodenaufbau oben und einer entkoppelten Knauf-Decke unten beweist die anschließende Schallmessung des Akustikbüros. Der Norm-Wert von 53 dB für Wohnungstrennwände wurde mit 43 dB deutlich unterboten. Genauso überlegen erwies sich die Konstruktion beim Bauschalldämmmaß. Auch hier wird der Norm-Wert von 55 dB für das bewertete Schallschutzdämmmaß mit 62 dB im eingebauten Zustand deutlich übertroffen. Solche Trittschall- und Luftschalldämmwerte sind Traumwerte. Sie zeigen, dass es für schalltechnische Probleme beim Bauen im Bestand inzwischen zukunftsfähige, technische Lösungen gibt, die die Normwerte deutlich übertreffen.


Objekt-Telegramm

Objekt: Wohngebäude Köln, Lortzingstraße 70
Bauherr: Baucon, Köln
Planung: Format 3 - die Architektengruppe, Köln, Düsseldorf,
Akustikplanung: Beratungsbüro für Bauphysik Dr. Peter Jandl, Wermelskirchen
Fußbodenbau: Arvo Böden, Aachen
Technische Beratung: Manfred Berndt, Mathias Dlugay, Albert Rieck, Knauf Gips KG

Fertigteilestrich-Info: Knauf
Tel.: 09323/31-0
Fax: 09323/31-277
aus FussbodenTechnik 06/08 (Referenz)