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Project Floors

Interview mit Fred van Bers

Elastilon - eine Erfolgsgeschichte

Die Entwicklung der Marke Elastilon ist zu einer der Erfolgsgeschichten in der Parkettbranche geworden. Während der vergangenen 10 Jahre konnte sich dieses besondere Produkt bei Boden- und Parkettlegern in über 20 Ländern weltweit etablieren. Einer der jüngsten Exportmärkte ist Südafrika. Hier wurden innerhalb des vergangenen Jahres über 40.000 qm Parkett auf Elastilon verlegt. Steven Suntup, südafrikanischer Importeur und seit 17 Jahren in der Parkettbranche tätig, hat eine solche Erfolgsstory noch nicht erlebt. Zudem wurde Elastilon Ende 2007 mit dem ContractFloors Industry Awards 2007 ausgezeichnet. Grund genug für ParkettMagazin, mit Fred van Bers, dem Erfinder dieser Unterlagsmatten, ein Gespräch über seine Sicht der Dinge, über weitere Entwicklungen und neue Märkte zu führen.

ParkettMagazin: Elastilon-Unterlagsmatten wurden vor etwa 10 Jahren zuerst in Holland von dem Massivparkettanbieter Osbe in Eindhoven in Verbindung mit der Verlegung seines eigenen Parketts vermarktet. Wozu haben Sie dieses Produkt entwickelt?

Fred van Bers: Die Geschichte der Elastilon-Unterlagsmatten führt uns in die Mitte der 80er Jahre zurück. Sie begann mit der Einführung längerer und breiterer Parkett- und Dielenformate, die die Verleger häufiger vor Probleme stellten. Quellen und Schwinden machten sich bei den größeren Abmessungen viel mehr als bei den vorher verarbeiteten kleinformatigen Elementen bemerkbar. Um diese Quell- und Schwindkräfte zu beherrschen und dazu noch die Verlegung zu vereinfachen, habe ich lange Zeit nach einer Lösung gesucht. Gefunden habe ich sie in Form einer elastischen Matte, auf die eine schwere elastische Haftschicht aufgebracht wurde. Als geeignetes Material wurde ein geschlossenzelliger Polyethylenschaumstoff mit einer hohen Dichte ausgewählt. Zu dessen positiven Eigenschaften zählt insbesondere das so genannte "elastische Gedächtnis", also das hervorragende Rückstellvermögen. Darüber hinaus setzt dieses Material keine Schadstoffe frei. Wir haben diese Matten über eine Zeitlang getestet und dann in vielen, auch sehr großen Objekten, mit Erfolg eingesetzt. Nächster Schritt war die Erweiterung des Vertriebs auf die gesamten Niederlande, dann kamen Auslandsmärkte hinzu.

ParkettMagazin: Wie beurteilen Sie die heutige Absatzsituation?

Fred van Bers: Wir haben seit Beginn unserer Exporttätigkeit unseren Absatz jährlich verdoppeln können. Geliefert wird jetzt in 20 Länder, weitere Absatzmärkte wie Brasilien, Argentinien, Chile, Australien und Japan werden folgen.

ParkettMagazin: Einer Ihrer größeren Auslandsmärkte ist Großbritannien. Trotz Patentrechtsverletzungen anderer Anbieter sind sie dort erfolgreich. Wie schaffen Sie das?

Fred van Bers: Die Einführung auf dem britischen Markt, wo mit größter Sorgfalt über die Qualität gewacht wird, nahm von Beginn an solche Ausmaße an, dass man den Eindruck gewinnen konnte, der Markt hätte förmlich auf uns gewartet. Auch dort hat sich die Nachfrage nach Elastilon von Jahr zu Jahr verdoppelt.

Mit Plagiaten, also Verletzungen unserer bestehenden Patente, haben wir in größerem Umfang bislang nur in England zu tun. Es ist seltsam. Sowohl große als auch kleine Unternehmen machen unsere Produkte nach. Viele aus Naivität und mangelnder Kenntnis vom Schutz des geistigen und gewerblichen Eigentums anderer Menschen. Andere tun es jedoch bewusst und mit böser Absicht. Sie sind die schwarzen Schafe unter uns. Ursache ihres Handelns ist, dass sie alle ausnahmslos mit dem gleichen Problem zu kämpfen haben: dem Mangel an Know-how in der Holzbearbeitungstechnik und an Erfahrung mit Parkettfußböden.

Die Auswirkungen der Plagiate auf unser Geschäft mit Elastilon sind erstaunlich. Vergleicht man die Zuwächse des Elastilon-Absatzes in Großbritannien und in Deutschland, wo wir keine Patentrechtsverletzungen beklagen, gewinnt man den Eindruck, als würden Patentverletzungen eher Vorteile als Nachteile mit sich bringen. Der Vergleich ergibt nämlich, dass die Nachfrage nach Elastilon-Produkten in Großbritannien stärker zugenommen hat als in Deutschland. Dies lässt den Schluss zu, dass das (Fehl-)Verhalten der fraglichen Unternehmen in vielen Fällen einen Werbeeffekt zugunsten von Elastilon bewirkt. Solche Firmen machen also kostenlose Verkaufsförderung für die Originalmarke "Elastilon" und erleichtern es uns, unsere Produkte auf dem Markt zu etablieren.

ParkettMagazin: Die Auszeichnung mit dem ContractFloors Industry Awards 2007 ist für Sie einer der Höhepunkte der Entwicklungsgeschichte von Elastilon. Was macht den besonderen Erfolg dieser Unterlagsmatte und der gesamten Elastilon-Produktlinie aus?

Fred van Bers: Trotz der Erfolge mit Elastilon Basic und Elastilon Strong, die stets den Schwerpunkt der Aktivitäten von Elastilon BV bildeten - und immer noch bilden - hat sich das Unternehmen nie auf seinen Lorbeeren ausgeruht. Eine Eigenschaft sowohl von Elastilon Basic als auch von Elastilon Strong ist, dass die damit verarbeiteten Fußbodenelemente nahezu untrennbar mit der Unterlage verbunden werden.

Dies kann ein Vorteil, mitunter aber auch ein Nachteil sein. Nach langwierigen Überlegungen wurde Elastilon Removable entwickelt, um diesen möglichen Nachteil zu beseitigen. Charakteristisch für dieses System ist der Klebeeffekt, wie er auch bei Klebezetteln angewandt wird. Das Ergebnis: Böden, die auf Elastilon Removable verlegt wurden, lassen sich leicht in einem spitzen Winkel wieder lösen.

Der nächste Schritt bestand in der Entwicklung von Elastilon Lock. Die Anregung hierfür kam vor allem aus der Schweiz und aus Österreich, wo sich Fußbodenheizungen in Verbindung mit Parkettböden großer Beliebtheit erfreuen. Der Parkettboden und die Fußbodenheizung werden damit zu einer kompletten und perfekten Einheit, was durch Kleben wegen der punktuellen Aufbringung nicht in gleichem Maße erreichbar ist. Elastilon Lock wurde vom Entwicklungs- und Prüflabor Holztechnologie in Dresden eingehend geprüft und für diesen Anwendungsbereich empfohlen. Ein weiteres Einsatzfeld für Elastilon Lock ist dort gegeben, wo die Verminderung des Trittschalls im Vordergrund steht.


Was ist Elastilon?

Elastilon ist eine Produktlinie von hochdichten Matten, die auf einer Seite eine Klebfläche haben. Der Boden wird auf die Matte aufgeklebt (die Klebwirkung entspricht nahezu der einer Epoxidklebverbindung), aber die Matte wird nicht mit dem Estrich verklebt. Der Vorteil: Der Boden ist zwar vollständig verleimt, hat aber immer noch völlige Bewegungsfreiheit über dem Estrich. Weil diese Unterlagsmatte über hochelastische Eigenschaften verfügt, die bei leichter Ausdehnung des Bodens nach dem Verlegen konstante Druck- und Zugspannungen in beide Richtungen bewirken, bleibt der Boden fugendicht.

Grundsätzlich können alle Arten von Nut/Feder-Parkett auf den Elastilon-Matten verlegt werden. Die Mattenvariante "Basic" wird gewählt, wenn Harthölzer mit geringem Schwundverhalten, wie Eiche oder Nussbaum, verlegt werden sollen. Auch für Laminatfußboden ist dieser Unterlagstyp geeignet. Für schmale Parkettstäbe, Holztafeln, Zwei- und Dreischichtparkett, Nadelholzdielen, sowie nervösere Holzarten, wie Buche und Ahorn wird die Ausführung "Elastilon Strong" empfohlen.

"Basic" und "Elastilon Strong" sind in Dicken von 3 mm (Standard), 5 mm (Sport) und 10 mm (Sport) erhältlich - auf Wunsch sind auch andere Dicken möglich. Der Unterschied zwischen Basic und Strong liegt aber weder in der Mattendicke, der Haftfähigkeit noch in der Qualität des Schaumstoffes. Lediglich die Dichte des aufgeschäumten Materials ist verschieden, bei Basic sind es 30 kg, bei Strong 50 kg pro Kubikmeter. Die Frage, ob Klick-Fußböden auf "Elastilon Strong" verlegt werden können, wird mit einem klaren "Ja" beantwortet.

Besonders geeignet in Verbindung mit beheizten Fußböden ist die Ausführung "Elastilon Lock". Diese 2 mm dicke Matte mit einer Dichte von 50 kg pro Kubikmeter ist beidseitig mit Klebstoff beschichtet. Dadurch verbindet sie den Holzboden direkter mit dem Heizestrich und kann auch verwendet werden, wenn keine schwimmende Verlegung gewünscht wird. "Die Festigkeit, mit der Nut und Feder zusammengehalten werden, übertrifft die Auszugskraft von Klickverbindungen", urteilt das IFF Institut. Der österreichische Parkettproduzent Tilo hat die Matte unter der Bezeichnung Elasto-Fix in sein eigenes Vertriebsprogramm aufgenommen und kombiniert sie mit seinen zweischichtigen, mechanisch verriegelbaren Dielen.

Für Sportfußböden ist "Elastilon Sport" die passende Unterlage. Sie ist entweder 5 oder 10 mm dick und bietet homogene Kraftaufnahme und Federung für Aerobic, Ballett und andere Sportarten. Ihre Elastizität kann den spezifischen Anforderungen des Objektes angepasst werden.

Die jüngste Entwicklung aus dem Hause Osbe heißt "Elastilon Removable". Die schwere, elastische Polyurethanmatte verfügt über eine Klebstoffoberfläche mit "Abzieh-Effekt". Das bedeutet, dass seitlich eine hohe Festigkeit gegeben ist, dagegen eine leichte Wiederaufnahme nach oben von der Matte in senkrechter Bewegung. Kein Parkettelement wird beschädigt, kein Klebstoffrest bleibt haften, wenn der Boden wieder aufgenommen wird. Und solange kein Staub auf die Klebstoffschicht gerät, kann sogar ein neuer Boden auf die gebrauchte "Elastilon Removable" Matte verlegt werden.

Dieses Produkt mit dem Effekt der kleinen, gelben "Post-it" Notizhaftzettel ist geeignet für die Verlegung von Böden, die nur vorübergehend genutzt oder bald wieder ausgetauscht werden sollen. Dabei ist "Elastilon Removable" laut Hersteller nicht nur für die Verlegung von Holzböden, sondern für alle Fußbodenbeläge von Kork über Linoleum, Marmoleum, Fliesen und Laminat bis hin zu synthetischen Materialien geeignet.
aus Parkett Magazin 02/08 (Wirtschaft)