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Bostik

Substitution von lösemittelhaltigen Klebstoffen


Die Bostik GmbH gehört zur Total SA, wir repräsentieren in der weltweit agierenden Bostik-Organisation für Kleb- und Dichtstoffe die Region Central Europe. Für dieses Jahr erwarten wir eine Umsatzsteigerung für Kleb- und Dichtstoffe im Bereich von 5-7% . Die Kleb- und Dichtstoffe für den Parkettsektor werden einen Umsatzanstieg deutlich im zweistelligen Prozentbereich verzeichnen können. Die Ertragslage ist gut bis befriedigend - wegen der enormen Rohstoffsteigerungen gibt es teils erhebliche Margeneinbrüche. Darüber hinaus scheint sich das Geschäft für den Bausektor im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2006 allgemein leicht abzukühlen.

Zukunft: Festelastische Klebstoffe

Für die Verklebung im "Hard Floor-Sektor" wird die Umstellung von lösemittelhaltigen Klebstoffen auf festelastische Klebstoffe ohne Wasser und Lösemittel weiter voranschreiten. Dafür werden wir auch weiterhin unsere Produktionskapazitäten ausweiten. Die Idee, diese neuartigen Klebstoffe in andere Länder zu exportieren, werden wir weiter verfolgen.

Der Bedarf nach Produkten wird im Jahr 2012 in Osteuropa und Asien höher sein als in Europa. Für Kleb- und Dichtstoffe wird es aber zumindest in Zentraleuropa kaum Verschiebungen der Produktion geben. Wir haben quasi vor unserer Haustür gute und wichtige Rohstoffe sowie ein hohes Qualitätsniveau. Die Produktion in anderen Ländern z. B. aus Gründen der Lohnkostensenkung macht bei Bostik für Klebstoff keinen Sinn. Überlegenswert ist die Produktionsaufnahme beispielsweise in Osteuropa für frachtintensive Produkte und bei lokaler Verfügbarkeit der Rohstoffe (z.B. selbstverlaufende Spachtelmassen).

Weiter Turbulenzen in der Petrochemie

Als Hersteller von Kleb- und Dichtstoffen sind wir stark in die Turbulenzen der Petrochemie eingebunden. Dieser Markt war für unsere Rohstofflieferanten in Europa in den letzten Jahren aufgrund der stagnierenden oder rückläufigen Bedürfnisse weniger attraktiv als z. B. die Märkte in Asien mit boomartiger Nachfrageentwicklung. Deshalb sehen wir mittelfristig weiter Turbulenzen in der Rohstoffversorgung und auch damit einhergehend starke Preis- und Kostensteigerungen. Für Parkett- und/oder Fußbodenverlegebetriebe werden die Veränderungen - wie heute auch - auf den Quadratmeterpreis bezogen überschaubar sein.

Schalldämmung ist wichtig

Für Kleb- und Dichtstoffe glauben wir, dass es den beschriebenen Substitutionseffekt von lösemittelhaltigen Klebstoffen zu Lösemittel- und wasserfreien Systemen geben wird. Diese Produkte (bei Bostik: PK Elastic) verfügen auch über bessere Allround-Eigenschaften. Daneben gehen wir davon aus, dass sich für schwimmend verlegte Beläge das Thema "Geräuschdämmung" weiter aktualisieren wird. Generell denken wir auch, dass der Fertigparkettmarkt sich gut entwickeln wird.

Weitere Aufweichung der Handwerksordnung

Bei den Handwerkern erwarten wir leider eine weitere Aufweichung der Handwerksordnung. Dieses Geschäft wird sich in der EU sukzessive harmonisieren. Damit einhergehend wird die Qualität der Verlegebetriebe absinken - für uns wird das einen erhöhten Bedarf an technischer Beratung nach sich ziehen.

Trends für den Handel sind schwer vorhersehbar - wahrscheinlich gegenläufige Trends einerseits der weiteren Konzentration, andererseits aber auch einer zunehmenden Spezialisierung.

Für die Bodenbeläge im "beratungsarmen" Sektor kann es durchaus in Zukunft neue Vertriebsformen geben. Für Kleb- und Dichtstoffe im professionellen Sektor eher nicht. Die sachgerechte Verlegung von Belägen bleibt ein beratungsintensives Profigeschäft mit wenig Platz für DIY.

Wir gehen davon aus, dass das "Hard Floor-Geschäft" wird in den nächsten Jahren weiter stabil bleiben wird. Es bleibt ein interessantes Geschäft für Bostik, auch wegen der Herausforderung durch die Umstellung der Klebstofftechnologie von lösemittelhaltig auf lösemittelfrei. Selektiv gibt es Wachstumschancen in Nachbarländern. Es wird aber auch immer wieder Modetrends geben, die zu Nachfrageverschiebungen z. B. hin zu Softbelägen oder aber auch keramischen Belägen in die eine oder andere Richtung führen können. Insgesamt blickt Bostik positiv in die Zukunft.
aus Parkett Magazin 06/07 (Wirtschaft)